Konzept Regenbogenschule Kindergarten und Grundschule
Konzept der FREIEN SCHULE REGENBOGEN Erfurt, im Juni 1991
Inhaltsverzeichnis

1. Analyse unserer Situation
1. 1. Unterschiedliche Geschlechter-Sozialisation
1. 2. Ökologisches Bewusstsein
1. 3. Integratives Zusammenleben
2. Die Notwendigkeit der FREIEN SCHULE REGENBOGEN - Begründung
3. Konsensfindung/Konsens
4. Das Lernen in der FREIEN SCHULE REGENBOGEN
4. 1. Lerntheoretische Grundlagen
4. 2. Von unseren Lerninhalten und Lernbereichen
4. 3. Von unseren Lernformen
4. 4. Möglicher Tagesablauf
5. Aufbau der Schule
5. 1. Soziogramm
5. 2. Mädchen und Jungen in Alters- und Spielgruppen
5. 3. Bezugspersonen/Kinderbegleitung
5. 4. Mütter und Väter
5. 5. Matrixgruppe
5. 6. Aktionsplan
6. Aufnahmevoraussetzungen
7. Ausstattung der Schule
8. Finanzierung
9. Quellenverzeichnis


1. Analyse unserer Situation

Das Konzept für die FREIE SCHULE REGENBOGEN gründet auf vielfältigen eigenen Erfahrungen im Zusammenleben mit Kindern und Kindergruppen und daraus entwickelten Vorstellungen, auf Erkenntnissen und Auffassungen der Bewegung der Freien Pädagogik sowie in- und ausländischer Psychotherapeuten und Soziologen. Wir sehen die FREIE SCHULE REGENBOGEN als zusätzliches Angebot neben anderen Schulformen.

Unsere gemeinsame Grundeinstellung besteht darin, dass sich Kinder nach eigenen natürlichen Gesetzen entwickeln. Sie brauchen keine Erziehung (siehe 1. 2. ), sondern förderliche, schützende und ermutigende Begleitung. Unser Zusammenleben mit Kindern ist ein Verlassen, Abwenden von der "alten" Tradition - im Sinne von: "In ihrem Spiel beweisen uns die Kinder am schlagkräftigsten, dass jahrhundertealte Theorien falsch sind, wonach Handeln und Dazulernen beim Kind vorwiegend durch äußere Motivation, Lob oder Angst vor Strafen bzw. Zurechtweisung möglich sind."

Wie Jean Liedloff ausführt, sind Kinder von ihrem Ursprung her weder potentielle Selbstmörder, noch Mangelwesen, die ständig verbessert werden müssen.

Mit dem vorliegenden Konzept wollen wir darstellen, wie wir gemeinsam Bedingungen erarbeiten, um Kindern eine Chance zu geben, sich selbst entfalten zu können. Daraus ergibt sich die Selbstbestimmung der Kinder - alles geht von ihren Bedürfnissen aus. Kinder können je nach ihrer Entwicklungsstufe für sich und die Gemeinschaft Verantwortung übernehmen. Große und Kleine können fähig werden, Konflikte gewaltlos zu lösen.

Die natürliche und soziale Umwelt ist ein einheitliches Ganzes. Deshalb wollen wir solche traditionellen Trennungen wie z. B. zwischen Natur und Gesellschaft (denn der Mensch ist ein Teil der Natur), zwischen Erwachsenen und Kindern, zwischen Behinderten und Nichtbehinderten und zwischen Schule und ländlicher Erfahrungswelt überwinden.

Die Interessen, Fragen, Fähigkeiten und Bedürfnisse der Kinder bestimmen das gesamte Leben in der Freien Schule und somit die Veränderung des momentanen Konzeptes. Das Wachsen ist zyklisch dynamisch, da es nur in und mit Konsensfindung geschehen kann. Wenn die Aufgabe der Schule nicht nur die Wissensvermittlung beinhalten, sondern auch darauf bestehen soll, dass sich die Kinder geistig, seelisch und körperlich gut entwickeln können, dann brauchen sie "weniger Wissen als Weisheit". Sie brauchen innere Ausgeglichenheit, Freude an der Arbeit und das Bewusstsein ihrer Möglichkeiten - Eigenschaften, die sich dann entfalten können, wenn die gesamte Entwicklung auf eine Ausbildung der ganzen Frau und des ganzen Mannes ausgerichtet ist. In den allgemeinen Rahmenrichtlinien hat auch die Regelschule diese, zumindest ähnliche Ziele formuliert. Sie sind also nichts Neues, allein die Umsetzung ist das Problem. Wir wollen den Nachweis erbringen, dass dieses Problem dann lösbar ist, wenn wir aufhören, gegen die Kinder und ihre Lernkompetenzen zu arbeiten, und damit beginnen, mit den Kindern und ihren verschiedenen Fähigkeiten zu arbeiten. Nach unseren bisherigen Erfahrungen und Beobachtungen müssen wir uns langsam, aber sicher mit dem Gedanken vertraut machen, dass Kinder gegenüber allen Lern- und Erfahrungsbereichen eine kindgemäße, eigendynamisch gesteuerte Herangehensweise entwickeln. Sie unterliegt vollkommen anderen Gesetzmäßigkeiten als die Vorgehensweise der Erwachsenen. Das kann natürlich nur da beobachtet, untersucht und entdeckt werden, wo den Kindern die Möglichkeit gegeben wird, eine solche Herangehensweise zu entwickeln und zu entfalten. 3) Grundvoraussetzung hierfür ist, dass darauf verzichtet wird, den Kindern, kaum dass eine Frage gestellt ist (welche Frage, entscheidet in der Regelschule ja nicht das Kind, sondern die Schulverwaltung), schon die einzig richtige Lösung gewiesen wird. Wenn wir sagen "verzichten", dann meinen wir das auch so. Das heißt z. B., die Kinder die Wege zur Lösung selbst gestellter Fragen entdecken zu lassen. Das ist wesentlich schwieriger, als vorformulierte Fragen zu stellen, deren Antworten man/frau schon kennt.

Dass in den Regelschulen und in manchen Alternativschulen ebenfalls die falschen Menschen die Fragen stellen, liegt auch daran, dass damit quasi vorbeugend verhindert wird, dass Fragen gestellt werden, die diese Spezialisten nicht ernsthaft beantworten können oder wollen, z. B. "Woher kommen denn die Zahlen und die Buchstaben?" oder "Warum muss ich das denn lernen?"

Unsere Erfahrung war und ist, dass die Schule einen Anspruch erhebt, der in folgendem Zitat gut zum Ausdruck kommt: "Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir." Demnach soll "Leben" das bedeuten, was nach der Schule beginnt und was möglichst problemloses Funktionieren und Einordnen in die patriarchalisch hierarchischen Strukturen unserer Gesellschaft einschließt. Die Schule ist Abbild und Übungsfläche für dieses gesellschaftliche Leben nach ihr. Im Bildungssystem funktioniert diese patriarchalische Hierarchie mit und in Angst. Diese Hierarchie, also Rangordnung, beruht NICHT auf einer natürlichen Autorität. Es ist von vornherein festgelegt, wo der Erwachsene steht und wo die Kinder sich unterzuordnen haben. Den Kindern wird das beigebracht, was Erwachsene willkürlich als wissenswert festlegen, beibringen und abfordern. Das ist eindeutig Machtmissbrauch.

In der Regelschule wird schon allein durch die Form der Wissensvermittlung das allgemein anerkannte Lernziel, Funktionszusammenhänge des Weltgeschehens zu verstehen, verhindert. "Die übliche Methode, den Lernstoff in verschiedene isolierte, ja sich widerstreitende Unterrichtsfächer einzuteilen, die von verschiedenen "Spezialisten" in verschiedenen Unterrichtsräumen behandelt werden, ist so grotesk. . . " 5), das hat Read 1958 geschrieben, andere, zum Beispiel Ellen Key, ähnliches schon vor 90 Jahren. Die vor diesem Hintergrund noch viel grotesker wirkende Weiterentwicklung des Fächerprinzips, die ganz besonders deutlich wird im Ablaufschema von Lehrproben der Studienreferendare (Motivationsphase, Aneignung des Stoffes, Ergebnissicherung, Problematisierungsphase - und das alles im 45-Minuten-Takt), kannten beide in dieser Form noch nicht.

Dabei steht aber die Frage: Kann bestimmt werden, wann, in welchem Zeitraum, wie und was von dem Kind gelernt werden wird? Wenn die Unterschiede der Kinder nicht beachtet werden, bewirkt das oberflächliches Wissen, die Behinderung und Einschränkung der positiven Erfahrungswelt der Kinder, wiederholtes Zerstören des Lernmomentes (siehe Punkt 4. 3.), Ängste und Ausweglosigkeit. Was das Kind in einer solchen Verunsicherung "lernen" kann, ist lediglich Anpassung, um dadurch wenigstens Scheinanerkennung zu erlangen. Diese Lähmung programmiert Opferverhalten.

1. 1. Unterschiedliche Geschlechtersozialisation

Wir befinden uns in einer Zeit des Wandels. Jetzt, da wir erleben, dass

- die vermeintlich mögliche Herrschaft des Menschen über die Natur sich gegen ihn/sie selbst richtet, - die "gut gemeinte" autoritäre Haltung Kindern gegenüber deren Wachstum lähmt, eingeengt oder tötet,

- Gewalt keine Möglichkeit zur Konfliktlösung ist;

werden althergebrachte Erwartungen und Rollenzuschreibungen, was typisch "weiblich" bzw. typisch "männlich" sei, für viele immer fragwürdiger. Frauen und Männer entdecken, dass diese Rollenzuschreibungen einseitig sind. Ihnen liegt ein Ideal zugrunde, was heute von vielen als groteskes Klischee empfunden wird. Damit ist eine Bewertung verbunden, die Frauen eine unterwürfige, passive und für Reproduktionsarbeiten zuständige, Männern eine aggressiv dominante, aktive und ausschließlich an Leistung orientierte Rolle vorschreibt.

Von den verheerenden Folgen oben genannter Tatsachen ist jede Biographie, ob dokumentiert oder nicht, betroffen. Grund dafür ist die patriarchalische Gesellschaftsstruktur, die auf die Erhaltung dieses Rollenverhaltens angewiesen ist. Diese Struktur kann in dieser Form nur existieren und regieren, wenn sie sich weibliches Lebensprinzip verfügbar macht bzw. unterdrückt. So ist es zu erklären, dass Frauen weltweit 2/3 aller Arbeitsstunden leisten, jedoch höchstens 1/10 des realen Einkommens erhalten. Es gibt ausführliche Statistiken über die Benachteiligung von Frauen in führenden Positionen. Wenn Frauen eine solche Position dennoch erreichen wollen, gleich ob auf medizinischem, wirtschaftlichem oder politischem Gebiet, müssen sie nachweislich 3-fach besser als männliche Gleichgestellte sein. Männer hingegen werden nur an ihrem Leistungs- und Konkurrenzverhalten gemessen. "Zum besseren Verständnis dieser komplexen Zusammenhänge und ihrer weitreichenden Folgen ist es wichtig, sich die geschlechtsrollenstereotypen Erwartungen und Zuschreibungen, auch in ihrer hierarchischen Komplementarität, klar zu machen, die sich auf die Mädchen und Jungen richten, und zu denen sie sich zu verhalten haben".

Im Zusammenleben mit ihren Kindern wird den Eltern der Freien Schule Regenbogen immer mehr bewusst, dass ein "heimlicher Lehrplan der Geschlechtererziehung" vom ersten Tag an existiert. Dieser subtile "Lehrplan" ist in keinem Buch gedruckt, deswegen ist er oft auch von Müttern und Vätern so schwer wahrzunehmen und zu erkennen.

Angefangen vom Kinderarzt über die Verkäuferin, die besorgte Tante oder den Taxifahrer - bis hin zu LehrerInnen werden so ganz nebenbei Einschätzungen und Äußerungen gemacht, die wir alle kennen, aber deren Reichweite uns oft nur mangelnd bewusst ist. Wie z. B.: "Ach was, das war doch nicht so schlimm - so ein Junge wie du braucht da nicht zu weinen!" Oder "Bei diesem Temperament hatte ich nicht gedacht, dass das ein Mädchen ist!" Solche und ähnliche Formulierungen dürften aber nicht einmal die Spitze des Eisberges darstellen, den WissenschaftlerInnen wie z. B. Enders - Dragässer/Fuchs durch ihre Studien erkannt und nachgewiesen haben: Mädchen erfahren in unserer Gesellschaft eine völlig andere Sozialisation als Jungen. Und diese Erkenntnis bezieht sich auf alle Ebenen, die für ein Kind relevant sind, angefangen von der stark nonverbal geprägten Säuglingszeit über äußere Dinge wie Spielzeug, Kleidung etc. bis hin zum unterschiedlichen Verhalten von Lehrpersonen in der Schule gegenüber Mädchen und Jungen derselben Schulklasse.

"Spender (1984, 1985) hat an aufgenommenen Unterrichtsstunden gezeigt - und Frasch/Wagner (1982) und Enders - Dragässer/Fuchs (u. a. 1988) haben dies für die Bundesrepublik bestätigt - wie schwer es Lehrpersonen fällt, ihre Aufmerksamkeit gleichmäßig auf Mädchen und Jungen zu richten. In der Regel erhalten die Jungen im Unterricht 2/3 der Aufmerksamkeit. Sobald dieser Anteil sinkt, protestieren die Jungen wegen einer vermeintlichen Bevorzugung der Mädchen, auch wenn diese nachgewiesenermaßen nicht einmal die Hälfte der Aufmerksamkeit erhielten. " 8) Alle interessanten und sicher auch wichtigen Details dieser und auch anderer Forschungsarbeiten hier wiederzugeben wäre zwar einerseits sinnvoll, da unserer Erfahrung nach dieses Thema ein Novum ist und sowohl Kenntnisnahme als auch Auseinandersetzung der Öffentlichkeit bislang fehlen - andererseits würde das die Grenzen dieser Konzeption weit überragen. So bleibt uns nur mitzuteilen, dass wir gerade in dieser Beziehung ganz am Anfang stehen. Wir sind dabei, sensibel für diese Zusammenhänge zu werden und uns einengender und krankmachender Mechanismen in Geschlechterbeziehungen zu entledigen. Ebenso wollen wir unsere Töchter und Söhne als individuelle Personen achten und ihnen Lebensräume mit erschaffen, die nicht von Barrieren mit Etiketten wie "rosa", "hellblau", "brav" oder "forsch (bzw. aggressiv)" verstellt sind. Gerade in diesem Punkt liegt noch ein gewaltiges Pensum an Bewusstwerdungsarbeit vor uns, und damit ist auch klar, dass dieses Konzept sich diesbezüglich ändern, d. h. wachsen wird. Auch hier gilt wieder: Die Großen müssen bei sich beginnen und sich ihrer Rollenkonflikte bewusst werden und konstruktiv damit auseinandersetzen.

Vor dem Hintergrund dieses Materials und dieser Argumentation gewinnt die Schule insofern für die Geschlechtersozialisation einen ganz neuen Stellenwert, als deutlich wird, dass sie ein Ort zu sein hat, an dem sich weibliche und männliche Kinder mit der Geschlechterfrage kognitiv und emotional auseinandersetzen können, um ein realistischeres Selbstkonzept und ein umfassenderes interaktionelles Repertoire entwickeln zu können.

An o. g. Grundstrukturen hat die Arbeit in der Freien Schule in jedem Fall anzuknüpfen, dabei sensibilisierend im Sinn gleichberechtigter Kooperation der Geschlechter.

Das bedeutet:

- dass Mädchen lernen können, die Komplexität und Verwobenheit sexistischer Interaktionsstrukturen die kulturüblich, institutionsüblich und systematisch stattfinden, wahrzunehmen und zu thematisieren. Das ist insofern wichtig, da das Sexismusproblem in erster Linie ein Wahrnehmungsproblem ist. 10)

- dass auch Jungen lernen können, Rollenkonflikte zuzulassen und sich auf die Gültigkeit, aber auch Fremdheit andersgeschlechtlicher und multikultureller Lebensrealität und Lebensentwürfe einzulassen.

Wir meinen, wenn das Erlernen einer Rolle im Kindesalter nicht aufhört, kann im Erwachsenenalter in allen Lebensbereichen, wie zwischen Frauen und Frauen, Männern und Männern, Frauen und Männern und Natur ein partnerschaftliches Verhalten kaum möglich werden.

1. 2. Ökologisches Bewusstsein

Wir leben in einer Stadt, deren bedrohlich hohe Verschmutzung von Luft, Wasser und Erde wir nicht mehr ignorieren können/wollen. Die uns krankmachenden Einflüsse der industriellen "Errungenschaften "führen uns täglich drastisch vor Augen, dass der Raubbau, den Frauen und Männer bedenkenlos an der Natur trieben / treiben, eben nicht "nur" Tiere und Pflanzen schädigt oder tötet.

Die Ökologie vermittelt uns ein Verständnis von der Natur als ganzheitliches System. In diesem kommunizieren alle Beteiligten (Pflanzen, Tiere, Luft, Wasser, Feuer, Erde, Steine - in früheren Zeiten auch die Menschen!) in einem "dynamischen Gleichgewicht". Dieses große logische Gleichgewicht besteht aus vielen kleinen Ökosystemen, deren beteiligte Organismen wiederum ein dynamisches Gleichgewicht bilden.

Wie wir oben kurz darstellten, wird durch das Eingreifen des Menschen dieses dynamische Gleichgewicht der Natur stark bedroht bzw. teilweise zerstört. Wenn wir hier nicht in lähmendem Erschrecken steckenbleiben wollen, müssten wir zunächst in den Dimensionen und Zusammenhängen der Natur denken lernen. Ökologisch denken hieße nicht nur, die bestehenden Zusammenhänge sehen und achten zu lernen, sondern übergreifend in wechselseitigen Abhängigkeiten und Bezogenheiten denken zu lernen. Dabei handelt es sich vordergründig nicht um einen "Vermeidungskatalog" (um Wasser, Luft und Erde möglichst wenig zu belasten), sondern um die Frage: Wie gestalte ich mein Leben? Erkenne ich mein Eingebundensein in das Grundgesetz der Natur, welches wir mit ausgewogenem Geben und Nehmen beschreiben können? Wie setze ich diese Erkenntnis um? Das hat für uns zur Folge: Große und kleine Leute lernen, ihr eigenes ICH anzunehmen und auf ihre wirklichen Bedürfnisse zu achten.

- Zu unseren Körpern gehört mehr als nur der Kopf. Ganzheitlich leben heißt, sich geistigseelischkörperlich frei bewegen zu können.

- Vollwertige Nahrung brauchen wir in allen Lebensbereichen. Deshalb hinterfragen wir auch Eßgewohnheiten kritisch.

- Krankheiten sehen wir ebenfalls nicht länger als lästige Fehlfunktion des "Apparates" Organismus, sondern als individuelle, körperliche Ausdrucksweise innerer Prozesse und Befindlichkeiten.

Z. B. lohnt bei einem verschnupften Kind die Frage: Wovon hat es eigentlich die Nase voll?

- Wenn ich für mein eigenes Wohlbefinden sorgen kann, bin ich bereit, die Bedürfnisse der/des Anderen ebenso ernst zu nehmen.

- Die Autonomie des Kindes muss gewahrt bleiben!

In ihrer Ursprünglichkeit sind Kinder ganzheitliche Organismen. Das dynamische Gleichgewicht dieser eigenständigen Organismen wird "normalerweise" durch "Erziehung" gestört. Unter dem Wort Erziehung verstehen wir die Projektion der Vorstellungen und Ziele von Erwachsenen auf Kinder (unter der Vorgabe, daß Erwachsene angeblich wissen, das Beste für die Kinder zu tun). Hier werden für uns Parallelen deutlich zwischen dem rücksichtslosen Umgang des Menschen mit der Natur und dem Umgang der Frauen und Männer untereinander. In beiden Fällen werden die Gleichgewichte so stark belastet, dass akute Gefährdung auf der einen Seite (Wasser-, Boden-, Luftverschmutzung, Waldsterben, ökologische Katastrophen) wie auf der anderen (Schulangst, psychische Krisen, Selbstmorde bei Kindern) die Folge sind.

Nachstehende Angaben, die sich allein auf das Gebiet der alten Bundesländer und den Zeitraum eines Jahres beziehen, beschreiben die kindlichen Lebensbedingungen unserer Gesellschaft (entnommen aus Statistiken des Kinderhilfswerkes, des Weißen Ringes und der Kriminalpolizei):

- ca. 4000 Kinder werden misshandelt und erleiden dabei schwere Körperverletzungen

- mehrere 100 Kinder werden zu Tode geprügelt

- über 100 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren begehen Selbstmord

- jedes 6. Kind geht unter Tabletteneinfluss zur Schule

- 6000 Kinder sind wegen Alkoholismus in Behandlung

- in keinem Land sterben so viele Kinder auf der Straße wie bei uns

- an über 13000 Mädchen und Jungen werden sexuelle Straftaten verübt

- die Dunkelziffer der TATSÄCHLICHEN sexuellen Ausbeutung von Kindern geht nach vorsichtigen Schätzungen in die Hunderttausende. Dabei sind ca. 85% der betroffenen Kinder Mädchen und 15 % Jungen. In 85 % der Fälle, die die Mädchen betrafen, fand die sexuelle Ausbeutung im engen oder erweiterten Familienrahmen statt.

Deshalb wird folgendes deutlich:

Wenn wir zeitig genug, also bevor ein Gewässer umgekippt bzw. irreparabel geschädigt ist, darauf verzichten, Schadstoffe einzuleiten, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Gewässer sich selbst regenerieren kann, sehr groß. Auf die Pädagogik übertragen meint das, zunächst einmal zu erkennen, was wir durch bestimmte Handlungen für Entwicklungsschäden anrichten können, und sofort damit aufzuhören, bevor wir mit therapeutischen Reparaturen beginnen müssen. Erst wenn die Entwicklungsschäden so weit fortgeschritten sind, dass die Selbstheilungsfähigkeit des Kindes zerrüttet ist, sind therapeutische Interventionen richtig und notwendig. Um noch einmal auf das Bild mit dem Gewässer zurückkommen: Anstatt mit der Einleitung von Schadstoffen aufzuhören, wird ständig gemessen, werden fragwürdige Grenzwerte festgelegt, und, falls ein Gewässer umzukippen droht, wird es durch Sauerstoffeinleitungen beatmet, um das Kippen zu verhindern. Wenn Kinder durch schulische Leistungsanforderungen krank werden, bekommen sie entweder sogenannte leistungssteigernde Psychopharmaka oder sie werden durch psychotherapeutische Maßnahmen wieder schul(ungs)fähig gemacht. Es mag ein harter Vergleich sein, der hier angeführt wurde, aber nach unserer Ansicht gehen wir in den industriellen Ländern mit unseren Kindern genauso kriminell um, wie mit unserer Natur und Umwelt.

Wenn wir unsere Kinder vor diesen Eingriffen schützen wollen, müssen wir als große Leute diese Gefahr erkennen lernen und zunächst bei uns beginnen. Erst wenn wir ungeschminkt sehen können, wozu wir als Kinder 'erzogen' wurden und welche Wirkungen dieser Prozess hatte, werden wir einen ehrlicheren Zugang zu uns selbst finden. Erfahrungsgemäß ist es dann auch eher möglich, Kinder als eigenständige (d. h. für sich selbst verantwortliche) Personen zu begreifen. Dann werden Verhaltensweisen von großen gegenüber kleinen Leuten, die bis dahin völlig 'normal' und alltäglich waren, plötzlich fragwürdig (z. B. die Erwartung an Kinder, eine vom Erwachsenen festgelegte Menge einer Mahlzeit aufzuessen oder zu einer ganz bestimmten Zeit schlafen zu gehen usw.).

Maria Montessori muss das Problem der ständigen Übergriffe vonseiten der Großen (besonders im Schulalltag) gekannt haben. Sie schreibt dazu: "Erzieher und Lehrer können nichts weiter tun, als sich zurückzuhalten, damit dem Kind keine Hindernisse in den Weg gelegt werden, und ihm eine Umwelt verschaffen, in der es frei ist, sich selbst zu erschaffen."

Für uns ergeben sich folgende Konsequenzen:

  • Wir erwarten von den großen Leuten (also Bezugspersonen und Eltern) diese Zurückhaltung, die zwei Grundaspekte umfasst:
    1. Die kritische Bestandsaufnahme der eigenen persönlichen Entwicklung, Hinterfragen von Verhaltensmustern, Finden von konstruktiven Veränderungsmöglichkeiten usw.
    2. Die äußerst sensible Beobachtungsfähigkeit im Zusammensein mit den kleinen Leuten, um wirklich WAHR-nehmen zu können, was da geschieht und wo die Kinder die Unterstützung der Großen wollen und brauchen .
  • Kinder sind durchaus in der Lage, ihre Angelegenheiten allein zu regeln.
  • Die Bezugspersonen (und damit auch die Eltern) reagieren auf die Bedürfnisse der Kinder, indem sie Angebote machen oder Unterstützung bieten.
  • Wissensvermittlung geschieht in, von und mit der Natur.
  • Die Kinder erleben täglich ökologisch durchdachte Hausarbeiten. Das umfasst Energiesparen ebenso wie die Vermeidung von Chemikalien oder das ökologische Gärtnern im Schulgarten mit eigenem Kompost und vieles mehr.
  • Schon deshalb kann es in der FREIEN SCHULE REGENBOGEN keine ausdrücklichen Unterrichtsfächer geben. Vielmehr greift eins ins andere ein: Praktisches Tun aus Neugier und Interesse wird von den großen Leuten unterstützt, Fragen der Kinder sind der Auslöser für gemeinsames Nachdenken, Suchen und Finden von Wissen, Zusammenhängen, Lösungen.
  • Daraus erwächst folgende Struktur:


Die Lernformen sind durch Kombination von FREIEM Spiel, Kursen, Projekten und anderen Aktivitäten sehr vielfältig. (weiteres siehe Pkt. 4. )

Um in Zusammenhängen denken zu lernen, ist eine Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit von Kindern, Eltern und Bezugspersonen grundlegend. Die Kommunikation dieser drei Organismen ist für die FREIE SCHULE REGENBOGEN lebensnotwendig und basiert auf Konsens. (siehe Punkt 3. und 5. 3. )

1. 3. Integratives Zusammenleben

Die Isolation sogenannter 'Behinderter' und die Unbeholfenheit, Befangenheit usw. sogenannter "Nichtbehinderter" im Erwachsenenalter haben ihre Wurzeln in der Kindheit. Bereits im Vorschulalter werden körper-, geistig-, sinnes- oder lernbehinderte Kinder ausgesondert, und somit wird die Ghettoisierung vorangetrieben. Für das behinderte Kind ist dieser Zustand äußerst problematisch, weil durch die unfreiwillige Isolation Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten fehlen. Die Eltern von behinderten Kindern erleben ihre Ausgrenzung doppelt: Den spezifischen Problemen ihres Kindes sehen sie sich oft allein gegenüber, da sie häufig den Vorurteilen der Gesellschaft ausgesetzt sind. Andererseits werden bei nichtbehinderten Kindern durch diese Isolation die Voraussetzungen für das Fortbestehen diskriminierender Verhaltensweisen geschaffen. Um aus diesem Teufelskreis herauszukommen, brauchen kleine und große Leute solche Lebensräume wie eine Freie Schule: Da sie keiner Norm genügen müssen, können sie ihren individuellen Fähigkeiten entsprechend wachsen, leben und lernen.

Von dem unersetzbaren Lernen in der Kindergruppe profitieren beide: Behinderte Kinder erleben real ihre eigenen Grenzen und erfahren Schwächen und Grenzen anderer Kinder. Nichtbehinderte Kinder lernen, Rücksicht zu nehmen und behinderte Kinder in allen Bereichen mit einzubeziehen (Planung, Spiel, Arbeiten, Verreisen...)

Sowohl bei der Aufnahme als auch bei der Betreuung des jeweiligen behinderten Kindes erarbeiten wir gemeinsam mit den Eltern und mit dem Kind das für die Situation Erforderliche (unter Berücksichtigung des Schweregrades der Behinderung, der Kapazitäten der kleinen und großen Leute, der Räume usw. ). Gegebenenfalls eignen sich die Bezugspersonen neue Fertigkeiten an. Sollte dies die Bezugspersonen überfordern, bemühen wir uns um spezifische BetreuerInnen (LogopädIn, Physiotherapeutin, ...).

2. Die Notwendigkeit der FREIEN SCHULE REGENBOGEN - Begründung

Da uns die Wichtigkeit von menschlichen Bedürfnissen und deren Erfüllung immer deutlicher wird und wir lernen, unsere eigenen Bedürfnisse und die der Kinder ernstzunehmen, sind wir nicht selten erstaunt über die Tragweite dieser Lebensweise. Denn mit diesem Ernstnehmen gerät täglich vermeintliches "Besserwissen" der Großen ins Wanken - zum Glück -, und die Notwendigkeit der Konsensfindung liegt auf der Hand (vgl. 3. ). Folglich können und wollen wir unseren Kindern keine Schule und unsere Kinder keiner Schule zumuten, deren LehrerInnen dieses Lebensprinzip nicht mittragen können/wollen.

Wenn wir die hier geschilderten Erkenntnisse und Einsichten in Zusammenhänge nicht als Theorie vertrocknen lassen wollen, brauchen wir die Existenz der praktizierenden Freien Schule Regenbogen.

Aufgrund unserer Konzeption wird diese Schule allen Beteiligten ein überschaubares soziales Umfeld sein. Somit schließen wir ein maßgebliches Problemfeld der Regelschule, das in der Größe der Schulen und der riesigen Anzahl der SchülerInnen begründet ist, von vornherein aus.

Wie Untersuchungen in den alten Bundesländern hinreichend klarstellen, bleibt der erhoffte Erfolg von Reformbestrebungen innerhalb der Regelschule meist aus. Der Grund hierfür ist in der Tatsache zu sehen, dass solche Reformbestrebungen nie die Grundstruktur solcher Schulen in Frage stellen. 18) Das sieht man/frau schon daran, dass die Lehrperson weiterhin diejenige bleibt, die Lernstoff vorgibt, für die Motivation der Kinder verantwortlich ist, Maßstäbe setzt und bewertet. Dabei fungiert sie als Ausführende und entspricht den an sie gestellten Erwartungen vonseiten ihrer Vorgesetzten. Den SchülerInnen gebührt nach wie vor der untergeordnete Platz.

Deshalb ist es unseres Erachtens nach unerlässlich, andere Möglichkeiten des Lernens zu finden und umzusetzen. Und dies verstärkt in einem gesellschaftlichen Umfeld, das Demokratie lernen und praktizieren will. Wie können wir Kindern Erziehung zumuten, wenn sie später verantwortlich an demokratischen Entscheidungen teilnehmen sollen?

Die an der Entstehung der Freien Schule Regenbogen seit fast 2 Jahren mitarbeitenden Mütter und Väter wollen von ihrem im Grundgesetz verankerten Recht (Artikel 7 Abs. 4 und 5) Gebrauch machen und ihren Kindern Lern- und Lebensräume miterschaffen, in denen sie sich frei entfalten können. Wir gehen davon aus, dass dies nun aufgrund der äußeren politischen Veränderungen auf unserem Territorium möglich sein wird. Durch diese Freie Schule leisten wir unseren Beitrag, kleinen Leuten bei ihrer Selbstverwirklichung behilflich zu sein, damit sie später in dieser sich verändernden Gesellschaft frei und mündig lebensbejahenden Prozessen Gestalt geben können. Des weiteren sehen wir in den politischen Veränderungen einen Beginn und kein erneutes, endgültiges Festlegen. Wenn die Grenzen innerhalb Europas immer durchlässiger werden sollen, hieße das für uns zunächst , dass wir uns für die Praxis unserer Nachbarn im Umgang mit Kindern interessieren. In der Anlage zu diesem Konzept wird konkret und detailliert ausgeführt, dass mit dem momentanen bundesrepublikanischen Schulrecht der Weg zum zoll- und steuergrenzfreien Europa 1992 noch nicht geebnet ist. Denn mit diesem Ziel stehen Annäherungen europäischer Wirtschaftsregelungen in Verbindung. "Des weiteren müssen auch die bisher noch unterschiedlichen Ausbildungen und Ausbildungssysteme in der EG eine gegenseitige Akzeptanz, wenn nicht Angleichung erfahren, da geplant ist, dass sich alle Arbeitskräfte frei ihren Arbeitsplatz in Europa wählen können. Dabei kommen auch die Bildungssysteme innerhalb der EG ins Blickfeld, die nicht weiter in ihrer nationalen Abgeschlossenheit in der Form aufrecht erhalten werden können..."

"Bis auf wenige Ausnahmen gibt es innerhalb der EG keine Schulpflicht, so wie es in der Bundesrepublik gehandhabt wird. Vollkommen offen ist die grundsätzliche Möglichkeit der Eröffnung einer Privatschule in Dänemark, Spanien, Niederlande, Irland, Frankreich, Belgien und Großbritannien. Auch die geforderten Voraussetzungen in Österreich und Italien sind gering im Vergleich mit denen der Bundesrepublik . . ."

Die Genehmigung der FREIEN SCHULE REGENBOGEN wäre somit ein Schritt in Richtung Pluralismus, den wir besonders auf unserem Gebiet mit Blick auf die letzten 40 Jahre für dringend erforderlich halten.

Die FREIE SCHULE REGENBOGEN wird eine 'offene' Schule sein: Interessiert am Leben im jeweiligen Stadtteil (und darüber hinaus) werden Kinder diesen durch Exkursionen, Besichtigungen von Werkstätten usw. erkunden und sich der Öffentlichkeit durch Infostände, Aktionen, Feste usw. vorstellen. Andererseits sind Frauen und Männer in der Schule willkommen, die bereit sind, ihr (Fach)Wissen und Können den Kindern theoretisch und praktisch mitzuteilen (z. B. HandwerkerInnen, KünstlerInnen, AusländerInnen. . . )

Im vorliegenden Konzept führen wir unsere veränderte Sicht- und Lebensweise von und mit Kindern aus. Da wir von vornherein von der eigenständigen Lernkompetenz der Kinder ausgehen, stellt dieses Konzept u. E. für Erfurt einen völlig neuen Ansatz dar - das betrifft die Lerntheorie ebenso wie die Lebenspraxis. Deshalb betrachten wir dieses Projekt nicht nur als Ausdruck unseres legitimen pädagogischen Interesses als AntragstellerInnen, sondern sehen in seiner Realisierung ein darüber hinausgehendes pädagogisches Interesse der Öffentlichkeit, weil dadurch neue Erfahrungen und Erkenntnisse möglich werden, die auch der Weiterentwicklung des öffentlichen Schulwesens und der Klärung offener schulpädagogischer Fragen zugute kommen können.

Nicht zuletzt ist es für die betreffenden Kinder der an der Entstehung der FREIEN SCHULE REGENBOGEN seit 2 Jahren arbeitenden Eltern von immenser Bedeutung, dass diese Schule endlich umfassend arbeiten kann, da auch sie maßgeblich am Wachsen dieses sozialen Gefüges beteiligt waren/sind.

3. Konsensfindung/Konsens

Unter Konsens verstehen wir, im Fall von Meinungsverschiedenheiten, Konflikten oder anstehenden Entscheidungen Wege zu finden, die für ALLE (und nicht nur 2/3 der Beteiligten) gangbar sind. Dieser Prozess braucht Zeit, da eine Situation so lange beleuchtet und diskutiert werden muss, bis ein Resultat gewachsen ist, bei welchem niemand mehr grundsätzliche Schwierigkeiten anmeldet. Erweist sich die gefundene Lösung in der Praxis als nicht gelungen, so setzt der Prozess von Neuem ein. (Das ist ein nützliches Korrektiv für Termindruck!) Konsens ist für uns die einzig mögliche Basis zum Erlernen einer neuen Kultur des Miteinanderlebens. Erst der Konsens ermöglicht und beinhaltet die Gleichwertigkeit aller (auch die Ideen, Sorgen und Anliegen der Kleinsten!).

Diese Kommunikation ist die logische Konsequenz, wenn wir beginnen, unsere eigenen Bedürfnisse endlich ernst zu nehmen und ihnen Rechnung zu tragen. Folglich bekommen die Bedürfnisse des / der Anderen das gleiche Gewicht. Ebenso sind Gefühle und Empfindungen gleichrangig mit logischer Argumentation.

Ist eine Versammlung (gleich ob turnusmäßig oder nicht) allen bekannt, sind alle Anwesenden in der Lage, Entscheidungen zu treffen. Dafür ist kein festgelegter Prozentsatz erforderlich. Welche/r nicht teilnimmt, kann nicht mitentscheiden.

Eine Voraussetzung für solche Konsensfindung ist die Sieg-Niederlagelose Methode (nach Thomas Gordon "Familienkonferenz"). Darunter versteht Gordon einen dritten Weg: Der herkömmlichen Erziehung sind scheinbar nur die ersten beiden Wege bekannt - entweder siegt der Erwachsene über das Kind oder umgekehrt. In beiden Fällen gibt es eine/n Besiegten mit allen damit verbundenen Problemen. Um den "dritten Weg" finden zu können, müssen große Leute aktiv zuhören lernen. Nur so ist es möglich, sensibel den vielschichtigen Kommunikationsprozess zwischen Kleinen und Großen wachsen zu lassen bzw. selbst dann zu wachsen. Wenn große Leute ihre eigenen Bedürfnisse und die der Kinder ernst nehmen, werden sie den Kindern Raum und Unterstützung geben, damit die Kinder ihre eigenen Problemlösungen finden.

"Ich respektiere deine Bedürfnisse, muss aber auch meine eigenen respektieren. Wir wollen uns daher immer bemühen, Lösungen unserer unvermeidlichen Konflikte zu suchen, die für uns beide annehmbar sein werden. Auf diese Weise werden deine Bedürfnisse befriedigt werden, meine aber auch - keiner wird unterliegen, keiner wird siegen. Infolgedessen kannst du fortfahren, dich als Mensch durch die Befriedigung deiner Bedürfnisse zu entfalten, aber ich kann es auch. Darum kann unsere Beziehung immer gesund bleiben, weil sie gegenseitig befriedigend sein wird. Jeder von uns kann das werden, was zu sein er fähig ist. Und wir können fortfahren, im Gefühl gegenseitigem Respekts und gegenseitiger Liebe, in Freundschaft und in Frieden Beziehungen zueinander zu haben."

4. Das Lernen in der FREIEN SCHULE REGENBOGEN

4. 1. Lerntheoretische Grundlagen

Kinder haben völlig andere Denkstrukturen als Erwachsene. Werden Kinder gezwungen, in den Strukturen von Erwachsenen zu denken (bzw. nach einem von Erwachsenen erdachten Plan zu lernen), so führt dies zwar zu einem vorzeitigen Einsetzen des abstrakt-logischen Denkens, geht jedoch stets und immer auf Kosten des intuitiven Denkens, der Phantasie, der Kreativität.

Aus ihrer pädagogischen Erfahrung und Praxis heraus hatten bedeutende Reformpädagoglnnen wie Maria Montessori, Rudolf Steiner, Celestin Freinet oder Peter Petersen diese Erkenntnis schon in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts gewonnen. In den letzten Jahrzehnten wurde sie durch wissenschaftliche Ergebnisse der Gehirnforschung, der Entwicklungspsychologie und der Lernbiologie nicht nur bestätigt und begründet, sondern sogar noch dahingehend erweitert, dass ein vorzeitiger Zwang zum abstrakt-logischen Denken auch die volle Ausbildung der dafür notwendigen Gehirnstrukturen behindert.

Die Erkenntnisse der genannten Wissenschaften hier auszuführen, würde den Rahmen dieses Konzeptes sprengen. Deshalb sollen nur einige wichtige Punkte genannt werden, die für unsere Vorstellungen vom Lernen in der Freien Schule maßgebend geworden sind.

Das menschliche Gehirn besteht aus zwei Hälften, die unabhängig voneinander arbeiten können. Dabei verarbeitet jede der beiden Gehirnhälften identische Informationen auf verschiedene Weise. Ein Modell dafür entwickelte der amerikanische Nobelpreisträger R. W. Sperry.

Bis zur Pubertät, also ca. bis zum Alter von 11/12 Jahren, dominiert bei Kindern die rechte Gehirnhälfte. Die verbindenden Nervenfasern, die eine Kommunikation zwischen beiden Gehirnhälften ermöglichen, haben erst in diesem Alter ihre Leitfähigkeit ausgebildet. Eine linear-logische Didaktik ist demzufolge gegen die natürliche Entwicklung der Kinder gerichtet und kann nicht zu optimalen Lernerfolgen führen.

Optimale Lernprozesse werden in der Kindheit immer und nur durch konkrete Aktivitäten ermöglicht. Nur durch konkrete Aktivitäten und unter Einbeziehung aller Sinne und größtmöglicher Bewegungsfreiheit werden bei Kindern die Strukturen der Intelligenz gebildet.. Das kindliche Gehirn ist kein leerer Behälter, der mit Wissen gefüllt werden muss, sondern "es entwickelt seine Funktionsfähigkeit durch Markbildungsvorgänge, deren Stärke sich danach richtet, wie intensiv sich die körperliche Aktivität im Austausch mit der konkreten Welt abspielt."

Daraus erwächst die Schlussfolgerung, dass Kinder zuallererst und dies mindestens bis zur Pubertät, die Mög1ichkeit zu einer Vielzahl verschiedenster Aktivitäten erhalten müssen, um ihre Intelligenzstrukturen voll ausbilden zu können, die dann zu gegebener Zeit zu Abstrahierungen und gültigen Verallgemeinerungen führen. Dieser Schlussfolgerung wollen wir in der FREIEN SCHULE REGENBOGEN Rechnung tragen. Optimale Lernprozesse können erfolgen, wenn

  • wir in die natürlichen Lernvorgänge der kleinen Leute so wenig wie möglich eingreifen
  • wir den Kindern eine Umgebung schaffen, in der diese Lernvorgänge angeregt werden durch vielfältige Möglichkeiten für unterschiedliche Aktivitäten.

Von grundsätzlicher und nicht außer acht zu lassender Bedeutung für das Zustandekommen optimaler Lernprozesse ist aber auch eine positive emotionale und soziale Atmosphäre. Ein wesentliches Prinzip unserer Arbeit ist deshalb die Verbindung und Gleichwertigkeit von kognitiven, emotionalem und sozialem Lernen. Die Wichtigkeit dieses Prinzips wird von allen uns bekannten neueren lerntheoretischen Ansätzen, insbesondere den Forschungsergebnissen der Lernbiologie, bestätigt.

Eine einseitige Betonung und Herauslösung kognitiven Lernens und dessen Verknüpfung mit Leistungstress, Angst und Frustration ist gegen die Funktionen des menschlichen Organismus gerichtet und behindert und hemmt effektives Lernen. 26)

Wir sind uns darüber im Klaren, "dass die beim Lernen gespeicherte Information eben nicht nur aus dem Stoff besteht, ... , sondern auch aus allen dabei mitgespeicherten, mitschwingenden übrigen Wahrnehmungen. Körper, Psyche und Intellekt sind zu einer Einheit verbunden - auch beim Lernvorgang."

Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass für effektive und erfolgreiche Lernvorgänge eine Atmosphäre der Geborgenheit, der Vertrautheit, des Sichwohlfühlens, der Entspannung unbedingte Voraussetzung ist. Es ist also nicht nur aus psychologischer, sondern auch aus lernbiologischer Sicht für die Effektivität des Lernvorganges von direkter Bedeutung, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich alle kleinen und großen Leute emotional und sozial wohl und geborgen fühlen. Aus diesen Einsichten heraus verbieten sich Leistungs- und Zeitdruck sowie autoritäre Strukturen in der Freien Schule von selbst.

4. 2. Von unseren Lerninhalten und Lernbereichen

Einen Lehrplan mit Lernzielen und Lerninhalten kann es für unsere Schule nicht geben, da dies im völligen Widerspruch zu unserer Konzeption stehen würde. Da wir von der Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit der kleinen Leute ausgehen, akzeptieren wir auch ihre Lernkompetenz. Jedes Kind empfindet selbst am allerbesten, was und wie es zu welchem Zeitpunkt lernen kann und möchte. Am effektivsten und sinnvollsten lernen Kinder (auch große Leute), wenn ihnen gestattet wird, sich mit den Dingen zu beschäftigen, die sie gerade am meisten interessieren und die ihren inneren Bedürfnissen entsprechen.

Daraus ergibt sich für die Lerninhalte, dass sie sich ständig verändern, bewegen und dass sie wachsen, da sie von den Bedürfnissen und Interessen der Kinder bestimmt werden.

Die häufig geäußerte Befürchtung, dass die Kinder dann gar nichts lernen würden, teilen wir nicht. Jede Frau, jeder Mann, jedes Mädchen und jeder Junge hat ein natürliches Lernbedürfnis, weil sie/er in ihrer/seiner Entwicklung auf Grenzen stößt, die sie/er verschieben möchte. Die Erfahrungen bestehender Alternativschulen bestätigen dies. So wurde in einem Gerichtsurteil amtlich bestätigt, dass die Kinder der Freien Schule Frankfurt/Main keineswegs über weniger Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen als Kinder an Regelschulen.

Aus dem Bedürfnis, die Umwelt zu begreifen und in ihr mitzuwirken, übt das Kind schon vom Kleinstkindalter an technische Fertigkeiten und kreative und musische Tätigkeiten. Jedes Kind entwickelt auch Interesse am Erwerb der Kulturtechniken Lesen, Rechnen und Schreiben, da diese Fertigkeiten zur Erlangung einer größeren Selbständigkeit, die jedes Kind anstrebt, notwendig sind.

Zeitpunkt, Rhythmus, Geschwindigkeit und Weg dieser Lernprozesse sind dabei individuell völlig unterschiedlich. Für die Bezugspersonen bedeutet das, den jeweiligen Entwicklungspunkt des Mädchens/Jungen zu erkennen, das Kind dort zu treffen, abzuholen und weiter zu begleiten, Lernhemmnisse und -hindernisse zu erkennen, Ursachen aufzudecken und Wege zu deren Überwindung zu suchen.

Auf diesem gemeinsamen Weg sollen große und kleine Leute lernen, Gefühle und verbale Äußerungen wahrzunehmen und darauf einzugehen.

Die Bezugspersonen sind somit nicht autoritäre, ausschließlich Lehrende, sondern von und mit den Kindern Lernende.

Ein wichtiges Prinzip für unser Lernen ist die fächerübergreifende Arbeit am Stoff. Es gibt keine Zerstückelung der Wirklichkeit in Unterrichtsfächer und keinen von der Wirklichkeit abgelösten Stoff, der gepaukt wird.

Die uns umgebende Wirklichkeit und unsere Auseinandersetzung mit dieser sind der Stoff, an dem wir lernen. Es wird dabei für jede/n Einzelne/n völlig unterschiedlich sein, was an dieser Wirklichkeit im Moment gerade die Aufmerksamkeit erregt, was bedeutsam ist und gespeichert/gelernt wird.

Um die Frage, was Kinder in der Freien Schule lernen, zu beantworten, sollen hier folgend vier Lernbereiche näher dargestellt werden:

  • 1. Der U m g a n g mit Dingen und der Umwelt
  • 2. Der U m g a n g mit anderen Menschen
  • 3. Der U m g a n g mit der eigenen Person
  • 4. Der U m g a n g mit Wissen und Gedanken anderer Menschen

Das Lernen beinhaltet immer alle vier Bereiche gleichzeitig, wobei sie unterschiedlich stark vertreten sein können.

1. Der Umgang mit Dingen und der Umwelt

Dazu gehört der Umgang mit Werkzeugen, Materialien (z. B. Holz, Ton, Stein, Farben, Stoff, .. ) und Geräten (z. B. Kamera, Messinstrumente, Kassettenrecorder, Fahrrad, . . . ). Tätigkeiten, bei denen der Umgang mit Dingen und der Umwelt im Vordergrund steht, nehmen in der Freien Schule einen breiten Raum ein (vgl. 4. 1. ). Die Kinder entscheiden, mit welchen Dingen sie sich beschäftigen. "Wer Freie Schulen besucht, kann Kinder beobachten beim Kochen und Backen, bei der Gartenarbeit, beim Bauen von Buden, Holzhacken, Experimentieren mit Feuer, Renovieren und Verschönern von Schulräumen, Bauen eines Segelbootes oder Go-Karts, beim Reparieren von Fahrrädern, beim Töpfern, Malen, Nähen, Batiken, Videofilmen, Drachenbauen, Angeln, bei der Aquariumspflege oder Versorgung von Tieren, bei Fotolaborarbeiten, chemischen und physikalischen Experimenten, beim Unordnung stiften und Ordnung schaffen, bei Ausflügen auf Schrottplätze, Basteln von Marionetten oder Musikinstrumenten, beim Untersuchen von toten Fischen oder Spinnen, beim Drucken, Hämmern und Hobeln, beim Auseinandermontieren eines Motors, bei der Erkundung der Lebensgewohnheiten von Kühen, beim Mauern, beim Schreibmaschineschreiben usw." 30)

2. Der Umgang mit anderen Menschen

Die Erfahrungsmöglichkeiten im Umgang mit Anderen sind an Freien Schulen größer als an Regelschulen, da mehr Zeit für Kommunikation gelassen wird. Jede Angelegenheit, jeder Gedanke, jede Idee kann bis zu Ende geführt/gebracht werden. Kein Klingelzeichen unterbricht eine Diskussion, eine Auseinandersetzung oder eine Tätigkeit. Auch durch das veränderte partnerschaftliche Rollenverhältnisse zwischen Bezugspersonen und Kindern bzw. dem gleichberechtigten Miteinander von großen und kleinen Leuten in der Freien Schule ergeben sich völlig neue Erfahrungsbereiche. Gefühle und verbale Äußerungen sollen untereinander wahrgenommen und darauf eingegangen werden. Jede Persönlichkeit soll anerkannt und geachtet werden. Die Kinder werden ernst genommen und können, je nach Entwicklungsstand, nicht nur für sich, sondern auch für die Gemeinschaft Verantwortung übernehmen. Jede und Jeder hat die Chance, ihre/seine "Interessen und Wünsche in die täglichen Besprechungen und in die Vollversammlungen einzubringen und kann so das Leben in der Freien Schule aktiv mitgestalten. Durch die Schwierigkeit, die Wünsche mit den Anderen abzustimmen, werden die Formen der Auseinandersetzung geübt. Das geschieht natürlich nicht reibungslos und wirft ständig neue Fragen und Konflikte auf. Angestrebt wird, in diesem Prozess der Konfliktbewältigung Lösungen zu finden, die von allen Beteiligten akzeptiert werden können (Sieg-Niederlagelose Methode siehe Punkt 3. ). Auch außerhalb der Schule können Jungen und Mädchen vielfältige Erfahrungen im Umgang mit anderen Frauen und Männern sammeln, denn von solchen organisatorischen Aufgaben wie z. B. Einkaufen und Vorbereiten einer Exkursion werden sie nicht ausgeschlossen, sondern aktiv mit einbezogen.

3. Der Umgang mit der eigenen Person

Jedes Mädchen und jeder Junge hat an der Freien Schule die Möglichkeit der Selbstfindung. Die Bezugspersonen akzeptieren den jeweiligen Un/Willen des Kindes. Dadurch werden Energien frei, die für die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit verwendet werden können. Wenn den Mädchen und Jungen jeder Lerngegenstand zugänglich gemacht werden kann, dann entstehen unwillkürlich Fragen an die eigene Person: Wofür interessiere ich mich? Was ist für mich im Moment wichtig? Welches Wissen und welche Fähigkeiten habe ich? Wann brauche ich die Hilfe von anderen großen und/oder kleinen Leuten? Wie kann ich am besten lernen? Wer bin ich? Wie sehen mich die Anderen der Gruppe? Solche und andere Fragen und auch Antworten dazu können beim täglichen Handeln, Ausprobieren, beim Kommunizieren, bei Erfolgserlebnissen wie auch bei Enttäuschungen ihren Ausdruck finden.

Selbstfindung geschieht nicht losgelöst, sie hat immer auch mit anderen Menschen zu tun. In Gesprächen miteinander fließen Fragen und Antworten zur eigenen Person mit ein. In der Freien Schule sind die Voraussetzungen gegeben, auf solche Fragen ehrlich zu antworten. So ist bei ehrlicher Auseinandersetzung schon bald für jede/n die eigene Stellung in der Gruppe erkennbar. Es wird erlernt, die Meinung der/des Anderen anzuhören, zu überdenken und eine eigene Ansicht dazu zu finden, eventuell auch die vorhandene Position zu korrigieren.

4. Der Umgang mit Wissen und Gedanken anderer Menschen

In der Freien Schule gibt es kein Thema und keinen Wissensbereich, der nicht, wenn das Bedürfnis da ist, angeschaut, einbezogen und aufgearbeitet/bearbeitet werden kann. Die Mädchen und Jungen werden z. B. durch Bücher, Zeitungen, Filme, Theater, Ideen und Vorschläge der großen und anderen kleinen Leute angeregt, sich mit den Gedanken und dem Wissen anderer Menschen auseinandersetzen. Kinder haben das Bedürfnis zu lernen und ihre Kenntnisse und Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Gerade weil an der Freien Schule die Entscheidung zum Lernen (wie, wo, wann, was lerne ich?) von jeder/n Einzelnen selbst getroffen wird, werden Kräfte frei, die auch zum Lösen schwierigster, zum Teil abstrakter, Aufgaben genutzt werden können.

An dieser Stelle möchten wir betonen, dass die Bezugspersonen die Lehrpläne der Regelschule kennen und auf Grund dessen einen problemlosen Übergang an eine Regelschule ermöglichen können. Auch für die Mädchen und Jungen wird es jederzeit möglich sein, sich mit Unterrichtsmaterialien der Regelschule zu beschäftigen, wenn sie dies wünschen.

4. 3. Von unseren Lernformen

Das Leben jedes großen und kleinen Menschen und so auch das gesamte Leben in der Regenbogenschule ist Lernen. Wir schaffen keine künstlichen Lernsituationen und -formen, sondern achten und fördern die den täglichen Aktivitäten der Kinder immanenten Situationen und Formen (vgl. Punkt 4.).

ERFAHRUNGSBEZOGENES LERNEN, OBJEKTUNTERRICHT, "der den Gegenstand des Lernens mit allen Sinnen des Organismus erfasst", PROJEKTUNTERRICHT, in dem eine "wirkliche Aufgabe . . . mit realem Nutzen der Gegenstand ist, um den sich das Lernen aufbaut," sind Alternativen zum Fachunterricht und werden an unserer Schule die Lernformen bestimmen. Sinnes- und Körpererfahrungen begreifen wir dabei als eigenes Lernen und als Voraussetzung für jedes Lernen.

Die Lernformen unserer Schule orientieren sich an der KINDLICHEN WAHRNEHMUNG und ihrer VERARBEITUNG, der KINDLICHEN ENTWICKLUNG und DEREN AUSDRUCKSFORMEN. Als solche Ausdrucksformen sehen wir:

  • körperliche Bewegung
  • kreatives Gestalten
  • freies Spiel
  • Musik und Sprache (Kommunikation)
  • Kinderzeichnung/graphische Darstellung.

Diesen kindlichen Ausdrucksformen wird beim Freien Spiel, in Kursangeboten und Projekten Raum gegeben.

"Kinder und Bezugspersonen entscheiden täglich gemeinsam, wie diese Aktivitäten konkret aussehen. Grundsätzlich ist die Teilnahme an allen Angeboten freiwillig. Eine erzwungene Teilnahme führt zu Abneigung, Widerwillen und Blockade und einer äußerst ungünstigen Lernsituation. Die Erfahrungen existierender Freier Schulen zeigen, wie mühsam der Prozess vonstatten geht, einmal entstandene Lernblockaden wieder abzubauen und aufzulösen.

Freies Spiel, Kurse und Projekte sind keine voneinander isolierten Aktivitäten. Sie sind miteinander verknüpft, können auseinander hervorgehen und sich durchdringen.

Das Freie Spiel ist die authentischste Ausdrucksformen des Kindes und damit das optimalste, wirksamste, kindgerechteste Lernmittel. Die Komponente des sich wohlfühlens, der Vertrautheit ist beim Freien Spiel wie bei keiner anderen Aktivität erfüllt. Das Kind setzt sich sehr konzentriert mit seiner Umwelt auseinander. Das völlige Aufgehen im aktiven Handeln ist die beste Voraussetzung für eine große Aufnahmebereitschaft. Im Spiel beschäftigt sich das Kind mit einer Sache so intensiv, dass alles andere Drumherum vergessen wird. Es wiederholt eine Handlung so oft und intensiv, wie es will bzw. braucht, um die daraus erwachsende Erkenntnis zu verinnerlichen. 32) Im Spiel werden starke, phantasievolle und zukunftsweisende Ausdrucksformen hervorgebracht. Das Kind löst im Freien Spiel vielfältige Probleme, eignet sich neue Fertigkeiten und neues Wissen an und gelangt so über bisherige Grenzen.

Die Kurse werden von den Bezugspersonen oder außenstehenden Dritten angeboten und dienen zur Vertiefung von Fachwissen und Arbeitstechniken. Maßgebend hierfür sind die Wünsche der Kinder. In den Kursen sind solche Lerninhalte möglich, wie z. B. die Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen, Fremdsprachen).

Projekte bieten eine Möglichkeit aktiven Lernens in Zusammenhängen. Die Kinder bestimmen den Inhalt der Projekte, sie planen, organisieren und führen sie gemeinsam aus. Dabei lernen die Kinder auch solidarisches Miteinanderumgehen und Möglichkeiten der Konfliktlösung. Auf Anfrage und Wunsch der Kinder beteiligen sich die Bezugspersonen an der Projektarbeit. Projekte werden innerhalb und außerhalb der Schule durchgeführt und könnten beispielsweise Müllbeseitigung, Umgang mit Werbung und Massenmedien, biologische Landwirtschaft, Theaterspielen, Herstellung eines Regals, Backen eines Brotes, Vorbereiten und Feiern eines Festes usw. sein.

Einen wichtigen Platz innerhalb der Projekte werden gemeinsame Reisen einnehmen. Das Reisen bietet vielfältigste intensive Lernmöglichkeiten. Zum einen ist es gerade für Großstadtkinder von großer Bedeutung, ihnen ein hautnahes Erleben der Natur zu ermöglichen. Das sehen wir als eine Grundvoraussetzung für erfahrungsbezogenes ökologisches Lernen. Zum anderen nehmen Auslandsfahrten einen großen Stellenwert für interkulturelles Lernen ein. Auslandsaufenthalte können eine unmittelbare Motivation für das Erlernen von Fremdsprachen schaffen. Daneben ist die Begegnung mit anderen Kulturen und Lebenswelten eine Möglichkeit, die Herausbildung einer toleranten, weltoffenen, kulturelle Andersartigkeit verstehenden Haltung zu fördern und die eigene kulturelle Identität zu relativieren. Damit wollen wir Nationalismus und Fremdenhass entgegentreten.

4. 4. Möglicher Tagesablauf

Ein Tag an der Regenbogenschule könnte wie folgt aussehen:

  • 7. 30 - 8. 45 Uhr: Mindestens eine Bezugsperson ist in der Schule, damit Kinder, deren Eltern arbeiten gehen, schon früh kommen können.
  • 8. 45 Uhr: Gemeinsames Frühstück
  • 9. 15 Uhr: Gemeinsame Planung des Tages
  • ab 9. 30 Uhr: Tätigkeitsangebote der Bezugspersonen - Kurse / Projekte / Freies Spiel
  • 12. 30 Uhr: Gemeinsames Mittagessen
  • ab 13. 30 Uhr: Fortsetzung der Tätigkeiten vom Morgen
  • 15. 00 Uhr: Kaffeetrinken
  • ab 15. 00 - 16. 30 Uhr : Abholzeit - Kinder erzählen Müttern und Vätern und können ihnen ihre Spiel-, Arbeits-, Lernergebnisse zeigen. Bezugspersonen und Eltern sprechen miteinander.

5. Aufbau der Schule

5. 1. Mädchen und Jungen in Alters- und Spielgruppen

Die Praxis anderer Freier Alternativschulen zeigt, dass es sinnvoll ist, den Kindern Strukturhilfen anzubieten in Form von Altersgruppen:

  • von 2 - 6 Jahren
  • von 6 - 11 Jahren
  • von 11 - 14 Jahren

Bei Bedarf können auch andere Alterszusammensetzungen der Kinder entstehen.

Spielgruppen:

  • nach Bedürfnissen der Kinder
  • nach dem Angebot der großen Leute
  • nach dem Alter

5. 2. Bezugspersonen/Kinderbegleitung

In mehreren Punkten des Konzeptes (vgl. 1. , 3. , 4. ) wurden schon Aussagen zu den Bezugspersonen getroffen. An dieser Stelle wollen wir nun noch einmal ausführlich auf deren Aufgaben eingehen.

In der Freien Schule gibt es keine LehrerInnen, sondern Bezugspersonen. Die Aufgabe der dort arbeitenden großen Leute ist nicht das "Lehren", sondern die Begleitung der Kinder auf ihrem individuellen Entwicklungs- und dem darin enthaltenen Lernweg. Dies beinhaltet ein völlig neues Verhalten zwischen großen und kleinen Leuten.

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Bezugspersonen ist der Schutz von Gesundheit und Leben der Kinder, sowie die Befriedigung der Bedürfnisse nach Sicherheit, Wärme, Körperkontakt und Zärtlichkeit. Die intensive Zusammenarbeit mit den Müttern und Vätern muss eine Selbstverständlichkeit sein, um ein gleichberechtigtes Miteinander zwischen Kind, Bezugspersonen und Müttern und Vätern zu gewährleisten.

Die Bezugspersonen tragen die Sorge um die Entwicklung des Kindes auf allen Ebenen. Daraus folgt die Suche nach Ursachen von Lernhindernissen/-hemmnissen, welche unterschiedliche Formen haben können.

Dies kann zum Beispiel die Beratung mit anderen Kindern, Eltern und anderen großen Leuten sein, um mit dem Kind konstruktiv arbeiten zu können. Dabei muss die Autonomie des Kindes immer gewahrt werden.

Von den Bezugspersonen kommen die vielfältigsten Tätigkeitsangebote, und sie versuchen, ständig bereit zu sein, auf Anfragen der Kinder nach Angeboten zu reagieren. Die Förderung der Sinnesentwicklung ist ein wichtiges Anliegen. Spielmaterialien sollen die Kreativität fördern. Der Umgang mit Werkzeugen und verschiedenen Materialien wie zum Beispiel Stoffe, Ton, Holz, Lehm, Sand usw. , ist alltäglich.

Auch gehören zu den Aufgaben der Bezugspersonen die Erledigung aller für die Schule notwendigen Arbeiten, wie Reinigung, Kochen, Einkaufen, Gartenarbeit etc. , wobei die Kinder jederzeit die Möglichkeit haben, zuzuschauen oder mitzumachen.

Die Gruppe führt ein Schultagebuch, in welchem die Gruppensituation, der Schulalltag usw. dargestellt wird.

Von den Bezugspersonen wird für jedes Kind ein Begleitbuch geführt, in welchem die Wahrnehmungen der Bezugspersonen bezüglich eines jeden Kindes festgehalten werden. Es enthält Aussagen zur Entwicklung des Kindes, in welcher Situation es lebt, wie es sich äußert und entwickelt. Um sich ihre Wahrnehmungen von jedem Kind mitzuteilen, auszuwerten und eventuell zu ändern, sind die Bezugspersonen bereit, miteinander zu kommunizieren. Dabei sollte für das Begleitbuch eine Konsenswahrnehmung gefunden werden.

Die Bezugsperson muss sich ständig mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erkenntnissen anderer Freier Alternativschulen befassen, d. h. ihre psychologische und fachliche Kompetenz herstellen und auch nutzen. Deshalb ist individuelle Weiterbildung und regelmäßige Teilnahme an den Weiterbildungsseminaren des Bundesverbandes der Freien Alternativschulen unbedingt notwendig.

Die wichtigste Aufgabe der Bezugspersonen ist die Kinderbegleitung, deshalb soll darauf noch einmal näher eingegangen werden.

Die Bezugspersonen sind ständig an der Seite des Kindes und bereit, das Kind zu schützen, zu umsorgen, zu pflegen und zu unterstützen. Jedes Kind besitzt eine Begleitkiste. Diese Begleitkiste beinhaltet eine Materialsammlung, welche Auskunft über die Entwicklung bzw. Persönlichkeitsentfaltung des Kindes gibt. Dazu gehören Bilder, Geschichten, Gedichte, Lieder, Märchen usw. . Zur Begleitkiste gehört auch das Begleitbuch. Nur dem Kind ist die Begleitkiste jederzeit zugänglich, den Bezugspersonen, Müttern und Vätern nur mit Einverständnis des Kindes. Der Inhalt jener Begleitkiste ist eine Möglichkeit, von der Geschichte des Kindes eine umfassende verbale Aussage zu machen. Für jedes Kind ist die Begleitkiste eine Möglichkeit, den eigenen Entwicklungsstand festzustellen. Es bietet Hilfe, zu erlernen, sich selbst einzuschätzen und seine/ihre eigenen Grenzen zu erkennen.

5. 3. Mütter und Väter

Unsere Freie Schule wollen wir mit Kindern und Eltern gestalten. Die Mütter und Väter sind mitverantwortlich für das, was in der Freien Schule geschieht, d. h. es muss eine enge und ständige Zusammenarbeit von Eltern und Schule bestehen. Eine selbstverwaltete Schule wie die Freie Schule Regenbogen lebt von der aktiven Elternarbeit. Daher müssen sie möglichst regelmäßig an der Große- Leute-Versammlung und der Schulversammlung teilnehmen. Es ist wichtig, dass den spezifischen Interessen und Auseinandersetzungen der Eltern mit sich, ihren Kindern und den Bezugspersonen als eigenständigem Bereich ein fester Platz zugestanden wird. Die Elternarbeit hat von den Eltern selbst auszugehen, da es im wesentlichen um ihre Belange geht. Die Mütter und Väter brauchen Freiheit und auch den geschützten Raum, um ihren Selbstfindungsprozess an einer Freien Schule zu gestalten. 34) Sie müssen jederzeit bereit sein, sich und ihre Lebensweise mit Kindern anfragen zu lassen. Von den Aktivitäten der Eltern hängt der Erhalt der Schule bzw. des Schulbetriebes mit ab.

5. 4. Matrixgruppe

Die Matrixgruppe ist eine Gruppe von Arbeitgeberinnen (siehe Statut Punkt 3. 4.).

5. 5. Aktionsplan

- Schulversammlung:

  • Kinder, Bezugspersonen, Mütter und Väter treffen sich wöchentlich.
  • Nachbesprechung der letzen Woche - Bilanz -, wenn es Probleme gibt, wird nach Lösungen gesucht. Daraus können sich ständig Änderungen ergeben.
  • Was ist für die nächste Zeit geplant?

- Grosse-Leute-Versammlung:

  • Wöchentlich
  • Es geht nur um große Leute. Sie sammeln Möglichkeiten, um mit Konflikten zwischen großen und kleinen Leuten anders umgehen zu können. Ehrlicher Umgang der Erwachsenen mit sich selbst. Wenn große Leute ihre individuellen Fähigkeiten und Grenzen, Möglichkeiten und Gefahren immer mehr kennenlernen, können sie sich selbst besser annehmen. Nur durch die Selbstannahme der großen Leute wird es dem Kind möglich sein, ebenfalls zur Annahme des eigenen ICHs zu kommen. Dabei wird die Ethik der Frau, des Mannes, des Mädchen, des Jungen (Werte, Moral, Brauch, Tradition) geprüft, gegebenenfalls verworfen und neu geschaffen.

- Vollversammlung:

  • Vierzehntägig treffen sich die Mitwirkenden des Vereins (Aufgaben und Verantwortlichkeit siehe Statut).

6. Aufnahmevoraussetzungen

Die wichtigste Aufnahmevoraussetzung ist das Grundvertrauen der Eltern in die Lernkompetenz ihrer Kinder. Eltern, die sich mit ihren Kindern für die Regenbogenschule entscheiden, sind überzeugt davon, dass diese selbstbestimmte Art und Weise des Lernens der Entwicklung des Kindes am ehesten gerecht wird. Bereits in den zwanziger Jahren waren Alternativschulen durch diese Einstellung der Eltern und Bezugspersonen geprägt. Dies wird z. B. in einer Passage deutlich, die wir einem Brief der damaligen PädagogInnen an Eltern entnahmen:

"Du kennst aus deiner Jugend die Schule, an der das Kind planmäßig auf den Beruf, auf "das Leben" vorbereitet wird. Wir aber lehnen es ab, uns irgendwie von den Anforderungen des Berufes, des Wirtschaftslebens, des Daseinskampfes in unserer Schule leiten zu lassen. Darum haben wir keinen Lehrplan und kein Lehrziel. Das Kind mit seinen Neigungen und Begabungen, seinen Kräften und Schwächen ist der Plan, nach dem wir unsere Arbeit einrichten. Aufgabe der Schule ist es, dem Kind eine Stätte zu bieten, wo es ohne Rücksicht auf alle Zwecke, aber mit immer wachsender Verantwortung gegen die Menschen, unter denen es lebt, Kind sein, jung sein, froh und glücklich sein kann, und stets bereit zu sein, wo es bei der Entfaltung der in ihm ruhenden Kräfte der Hilfe bedarf. Wir glauben, dass die Schule, die so dem Kinde und seiner Entwicklung zur verantwortungsbewussten Eigenpersönlichkeit dient, damit zugleich der Gesamtheit, dem Volk, dem Wirtschaftsleben, dem Berufe den besten Dienst leistet. Wir GLAUBEN das; wir wissen es nicht und können es nicht beweisen. Aber nur, wenn Du diesen unseren Glauben teilst, kannst Du Dein Kind uns anvertrauen; denn auf diesem Glauben steht unsere Schule!" 35) Dieser "Glaube" beinhaltet auch die Bereitschaft zur aktiven Elternmitarbeit. (siehe Punkt 5. 4. )

Als andere Aufnahmevoraussetzung sehen wir folgende:

Das Kind möchte von sich aus in der Regenbogenschule spielen, lernen und leben, wobei die Möglichkeit einer "Probezeit" in der Regenbogenschule besteht. Das Mindesteintrittsalter beträgt zwei Jahre.

Die Aufnahme kann nur nach unseren Möglichkeiten erfolgen (Personal- und Raumkapazität, Gruppensituation). Das trifft auf behinderte wie nichtbehinderte Kinder gleichermaßen zu. Bei jedem Antrag werden von Bezugspersonen, Müttern und Vätern die Möglichkeiten geprüft und im Konsensverfahren wird über die Aufnahme entschieden.

7. Ausstattung der Schule

Eine Grundvoraussetzung für die Verwirklichung der vorliegenden Konzeption der Freien Schule Regenbogen ist ein dem Vorhaben angemessenes Gebäude und Gelände. Es müssen ausreichend Räume und Freiräume vorhanden sein, die den Kindern die Möglichkeit bieten, ihre Ideen und Projekte zu verwirklichen.

So benötigen wir einerseits eingerichtete, funktionstüchtige Werkstätten mit einem breiten Sortiment an Werkzeugen, Werkstoffen und Naturmaterialien und andererseits ausreichend unverplante Freiräume, die die Kinder nach ihren jeweiligen Vorhaben gestalten und umgestalten können. Es braucht auch genügend Raum, damit viele Kinder unterschiedlichen Alters und Geschlechts nebeneinander oder miteinander ihre unterschiedlichen Bedürfnisse befriedigen können. So muss es Ruhezonen geben, in die sich die Kinder zurückziehen können, um unbeeinträchtigt von anderen sich auszuruhen, zu lesen, zu träumen. Auch genügend Freiflächen werden gebrauchen, die Bewegungsfreiheit und Naturnähe ermöglichen.

An eingerichteten, funktionalen Räumen planen wir folgende:

  • große Küche, die auch Raum für die Kinder bietet
  • Bibliothek
  • Holzwerkstatt
  • Reparaturwerkstatt (für Fahrräder, Handwagen, Roller, ... )
  • Stoffwerkstatt mit Materialien und Werkzeugen zum Spinnen, Weben, Nähen, Färben
  • Töpferwerkstatt
  • Musikraum
  • Turn- und Toberaum
  • Ruheräume

Ausstattung und Einrichtung der Freien Schule Regenbogen werden sich nach den Bedürfnissen der Kinder und unseren finanziellen Möglichkeiten richten und verändern.

8. Finanzierung

Die Finanzierung der FREIEN SCHULE REGENBOGEN erfolgt durch:

  • staatliche Zuschüsse
  • Elternbeiträge: Die Höhe der Beiträge werden von den Eltern selbst festgelegt, wobei sie auf im Konsens beschlossenen Richtwerten basieren.
  • Fördervereinsbeiträge und Spenden

9. Quellenverzeichnis

1) s. Adelheid Sieglin/ Walter Goll "Schule der Zukunft - Freie Schule Kreuzberg", S. 95
2) vgl. Jean Liedloff: "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück"
3) vgl. o. FS Kreuzberg" S. 73
4) vgl. o. S. 125, Fußnote 48
5) s. H. Read "Erziehung durch Kunst" S. 228
6) vgl. "FS Kreuzberg" S. 74
7) s. Dr. Uta Enders - Dragässer/Claudia Fuchs: Jungensozialisation in der Schule" S. 25
8) s. o. S. 21
9) vgl. o. S. 43
10) vgl. o. S. 94
11) vgl. o. S. 43
12) vgl. "Pädagogisches Konzept der Freien Schule Würzburg" unter 3. , S. 10ff.
13) vgl. Konzept "FS Köln"
14) vgl. "FS Würzburg' S. 10/11
15) s. "FS Kreuzberg" S. 76
16) aus: Rita Kramer "Maria Montessori" - Biografie mit einem Vorwort von Anna Freud
17) vgl. "FS Würzburg" 6. - S. 24-26
18) vgl. u. a. "Gutachterliche Stellungnahme zum Antrag der FS Würzburg auf Einrichtung einer freien Ersatzschule" von Prof. Dr. Wolfgang Klafki - Philipps-Universität Marburg
19) s. Anhang S. 1
20) s. Anhang S. 3
21) vgl. "Gutachterliche Stellungnahme zum Antrag der FS Würzburg auf Einrichtung einer freien Ersatzschule" von Prof. Dr. Klafki - Phillips-Universität Marburg S. 22
22) s. Thomas Gordon: "Familienkonferenz. Lösung von Konflikten zwischen Eltern und Kind, Teil 1" S. 286/7
23) vgl. "FS Kreuzberg" S. 11/12
24) vgl. "FS Kreuzberg" S. 12
25) s. Rebecca Wild: "Erziehung zum Sein" S. 90
26) vgl. "Schulen ohne Zwang", Art. von Frederic Vester: "Biologisch sinnvolles Lernen" S. 131
27) s. o. S. 130
28) vgl. "Schulen ohne Zwang", Art. von Manfred Borchert, H.-J. Kania: "Was, wie und warum lernen Kinder in Alternativ-Schulen?" S. 34
29) vgl. o. S. 29
30) s. o. S. 29/30
31) s. "Schulen ohne Zwang", Art. von Frederic Vester: "Biologisch sinnvolles Lernen" S. 132/133
32) vgl. "Grundgedanken der Montessoripädagogik" Paul Oswald S. 17ff.
33) vgl. "Entwurf der Freien Schule Bochum als Privatschule eigener Art mit Grundschul- und Gedamtschulcharakter" S. 42
34) vgl. "FS Kreuzberg" S. 118
35) s. o. S. 119

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