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Was wir für unsere Kinder wollen
– oder: Kleines Pädagogisches Selbstverständnis
Wir schaffen einen Lebensraum, in dem die Kinder sie selbst sein dürfen, ihre Souveränität respektiert wird und ihre Entwicklungsbedürfnisse über Erwachsenenplänen und anderen Forderungen der Leistungsgesellschaft stehen.
Unser Zusammenleben mit den Kindern ist nicht zügellos. Wir streben bewusst ein Gleichgewicht zwischen größtmöglicher Freiheit einerseits und Gruppenregeln sowie der Achtung des Gegenübers andererseits an. Die Kinder erfahren auch Grenzen, sie werden aber niemals bestraft, gedemütigt oder abgewertet. Wir begleiten die Kinder in einer Phase ihres Lebens mit Einfühlung, Verständnis und Ermutigung, mit der Möglichkeit, für sich selbst, für andere und für die Gemeinschaft Verantwortung zu übernehmen. Deshalb heißen wir Bezugspersonen. Wir sind nicht diejenigen, welche den Kindern alles beibringen, oder die wissen wer in einem Streit Recht hat, oder die die Kinder ständig zu etwas motivieren.
Alles, was die Kinder lernen, geschieht im Leben, nicht in konstruierten Situationen. Daher ergeben sich die meisten „Angebote“ von selbst. Weil ein Fest bevorsteht, es eine besondere Zeit im Jahr ist, weil etwas getan werden muss (aufräumen, kochen, im Garten arbeiten) oder ganz einfach weil die Großen und Kleinen Lust haben, etwas zu tun. Dabei akzeptieren wir die eigenen Herangehensweisen der Kinder und lassen sie auch über Versuch und Irrtum lernen. Für uns sind Kinder keine „Mangelwesen“, die ständig verbessert werden müssen. Zum Beispiel beim wöchentlichen Ausflug in die Südschwimmhalle gibt es keinen Schwimmunterricht. Die Kinder testen den Umgang mit dem Wasser aus, sie probieren Neues, sie tasten sich heran an dieses Element. Wir machen die Kinder auch nicht schulreif, sondern sie werden es von selbst.
Es ist uns wichtig, dass die Kinder sich selbst, die anderen und ihre Umwelt erfahren können. Hierbei mischen wir uns möglichst wenig ein. Dazu gehört auch, dass man mal klitschnass vom Regen reinkommt oder barfuß durch Schlamm und Pfützen, manchmal auch durch Schnee geht. Wir schützen natürlich auch die Kinder, sorgen für ihr körperlich-geistig-seelisches Wohlbefinden. Wir lassen zu, was keinem schadet oder seinen/ihren Bedürfnissen entspricht. Wir nehmen die Gefühle die Kinder und ihre Gefühle ernst, wenn sie z.B. traurig sind oder wütend. Wichtig finden wir, dass die Kinder lernen, miteinander zu reden, sich auszutauschen, hinhören, sich gegenseitig zu akzeptieren und Konflikte gewaltfrei zu lösen.
All dies trägt dazu bei, dass sich wirklich jedes Kind aus sich selbst heraus entwickeln kann. Auf diese Weise wachsen die Kinder so, wie sich Blütenknospen öffnen. Nämlich dann, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, kraftvoll, gesund und wunderschön. Und wir dürfen dies staunend miterleben!
Unser Tagesablauf:
Nach dem morgendlichen Ankommen gibt es den Morgenkreis, in dem die Kinder berichten können, was ihnen wichtig erscheint. Dabei singen wir natürlich einige Lieder, spielen ein Spiel und essen zum Abschluss unser Obstfrühstück. Danach geht es für jeden in den Vormittag, der nach eigenem Wunsch ausgefüllt wird. Vor dem Mittagessen gibt es die erste Aufräumzeit des Tages, zu der jeder seinen Teil beiträgt. Ist diese Pflicht erledigt, treffen sich alle Kinder im Esszimmer und nehmen am gemeinsamen Tischritual teil, das je nach Kind, welches gerade an diesem Tag an der Reihe ist, anders ausfallen kann. Ist dies geschehen, isst ein Großteil unser hausgemachtes Essen und jene, die sich dagegen entscheiden verschwinden und spielen wieder. Der Mittagsschlaf folgt für jene Kinder, deren Eltern uns darum gebeten haben. Die anderen spielen nun bis zum Nachmittag, bis sie entweder abgeholt oder zur zweiten Aufräumzeit gerufen werden. Es folgt noch das Vesper, bei dem es nur noch einen Saft und einen kleineren Snack gibt. Dann ist der Tag auch schon vorbei und wenn sämtliche Kleidungsstücke wieder aufgetaucht sind (oder nicht
Ausnahmen: Dienstag nach dem Ankommen geht eine Hälfte der Gruppe schwimmen - je nach Laune... Donnerstag Vormittag sind wir unterwegs zu den interessanten Plätzen in und rund um Erfurt. Und wenn die Grundschule ihre Projekte präsentiert, ist immer ein Teil dabei und bestaunt das Vorgestellte. |
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